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Ostern  - Ostara - Eostra - Ostarun

Ostern - Ostara - Eostra - Ostarun
der Tanz der Sonne - das Fest der Auferstehung

Was ist Ostern? Woher kommt der Brauch? Herkunft und Bedeutung: Ostern ist inhaltlich gesehen keltischen oder noch früheren Ursprungs und meint nördlich der Alpen den Frühlingspunkt am 21. März als Erwachen (Auferstehung) der Natur, genauer der Flora und Fauna, welcher mit Beltane am 1. Mai erfasst wurde als Gegenpol von Samonios am 1. November. Heute gilt Ostern, das Fest der Auferstehung, als ältestes Fest der christlichen Kirchen.

Das Wort Ostern geht vermutlich auf das althochdeutsche ostarun für Morgenröte zurück und nicht auf angebliche Frühlingsgöttinnen. Der keltische Frühlingspunkt war Imbolg (Imbolc, Lichtmess) am 1. Februar und nimmt Bezug auf die Wintersonnenwende am 21. Dezember. Der Zusammenhang der aufgehenden Sonne im Osten mit der Morgenröte im Wort Ostern scheint hingegen naheliegend und einleuchtend.

Gefeiert wird heute am ersten Sonntag nach dem ersten Vollmond nach der Tagundnachtgleiche (Äquinoktium) am Frühlingspunkt, also frühestens am 22. März und spätestens am 26. April. Nun hatte der Katholizismus in Westeuropa nach dem Untergang des keltischen Druidentums das Problem, dass damals auch mit dem julianischen Kalender der Frühlingspunkt bzw. die Tagundnachtgleiche nicht bestimmt werden konnte. Das Osterdatum verschob sich jedes Jahr um 11 Minuten weiter in Richtung Sommer, siehe der keltische Kalender .

Eine Version einer altartigen Sage aus dem Gebiet Niedersachsens und Westfalens handelt vom Sonnenaufgang im Zwergenreich und enthält den rumpelstilzartigen Vers:

Die Christenheit ist niemals gescheit, sie weiss nicht, wann die Sonne aufgeht.

Über ganz Europa hinweg ist der Tanz der Sonne am Ostermorgen überliefert. Dabei soll es sich um drei Sprünge gehandelt haben, welche die Sonne beim Aufgang an diesem Tage mache. Man hatte für diese Erscheinung die verschiedensten Ausdrücke: In Schlesien sprach man von Sonnehoppen, in Westböhmen vom Hupfa der Sonne. Die Einwohner ganzer Dörfer in Österreich, Schwaben und in anderen Landschaften zogen am Vorabend hinaus auf einen Hügel, um dort auf den Sonnenaufgang des Ostertages und die drei Sprünge zu warten. (Quelle: Herder, Die Sonne, ISBN 3-451-17317-4)

Es stände in alten Postillen, schreibt G. Rollenhagen (1542-1609):

Am ersten Ostertage laufen beide Alten und die Jungen, des Morgens früh für den Sonnenaufgang, und des Abends spät für den Sonnenuntergang, mit grossen Haufen ins Feld hinaus, und sehen zu, wie die Sonne tanzt. Wann sie nun dieselbe so lang angesehen haben, dass ihnen Blau und Braun, Licht und Finsternis für die Augen kommt, so ruft einer hier, der andere dort: Jetzt tat sie den ersten. Da bald den anderen. Und denn den dritten Sprung. Wer nun sagen wollte, er hätte es nicht gesehen, den würde man für blind oder für einen Gotteslästerer halten. Wann nun die Sonne gewiss sichtbarer weise am rechten Ostertage tanzte, so hätten die Alten und wir des zankens nicht bedürft: Denn Gott hätte ein sichtbares Zeichen am Himmel gesetzt, damit man den rechten Ostertag erkennen könnte. Und wenn die Sonne ein Fingerbreit sich erhübe, und wieder niedersetzte nach unserem Gesicht, so würde die ganze Welt sich zugleich mit erheben und krachen müssen.

Die alten Bräuche aus keltischer Zeit wurden noch tausend Jahre nach der Christianisierung Europas praktiziert, doch scheint das Wissen um die Hintergründe im 16. Jh. nicht mehr vorhanden zu sein, aber noch immer geht es um das korrekte Osterdatum.

Vor etwa 300 Jahren entstand in weiten Teilen Europas der Brauch des in den April schicken als 1. April-Scherz, welcher ebenfalls einen Bezug zur falschen Osterzeit haben könnte.

In der Überlieferung zu der tanzenden Sonne findet sich ein interessanter Hinweis: In Mecklenburg will man die Sprünge beobachtet haben können, wenn man gleichzeitig durch einen Zaun sah. Damit, mit dem Zaun oder z.B. Steinkreis von Stonehenge ist nun eine plausible Erklärung der aus keltischer Zeit stammenden Osterbräuche möglich: In den druidischen Sternwarten ist die Bahn sowohl von Sonne und Mond nebst vieler Gestirne beobachtet, vermessen und aufgezeichnet worden. Auf der dort registrierten Bahn der Sonne wurde der Tanz der Sonne bemerkt. Dabei handelt es sich aber wissenschaftlich um nichts anderes als um die Trudelbewegung der Erde, also um den Zusammenhang von Ekliptik, Präzession und Nutation.

Gesichert ist die Tatsache, dass zum Beispiel in Stonehenge der Frühlingspunkt der Tag-und-Nacht-Gleiche am 21. März auf den Tag genau bestimmt werden konnte.

Wenn man sich nun die Frage stellt, wie diese Nachricht vor 2000 Jahren möglichst rasch von den diversen antiken Sternwarten ins gesamte keltische Druidentum vermittelt werden sollte, ist auch der Ursprung der Sonnenwend-Feuer klar: Die Höhenfeuer sind das altbewährte Alarmierungs- und Nachrichtensystem für weite Distanzen, mit einem geschlagenen Hornuss oder Scheibe können mühelos Flüsse und Schluchten überbrückt werden.

In diesen Zusammenhang gehört auch die Frage nach der Bedeutung der alleinstehenden Menhire bei alten Kultstätten, die bisher keinem praktischen Zweck zugeordnet werden konnten und rituell gedeutet wurden, was vermutlich falsch ist. Nicht wenige der einst heiligen Steine tragen heute Namen, die durch die Christianisierung ins Gegenteil verkehrt wurden wie Teufelspfeil, Teufels Brandeisen oder Teufels Wurfscheibe - alles mit vorstehender Nachrichtenübermittlung erklärbar.

Häufig wurden aufgerichtete Steine mit Geistern und Spuk in Verbindung gebracht. Mancherorts galten die Steine als verzauberte Wesen, die zu bestimmten Zeiten wieder zum Leben erwachen und dann stets die gleichen Handlungen ausführen: Sie rennen, tanzen, drehen sich - meist drei- oder neunmal - im Kreise oder laufen dreimal um einen Teich. Oft gehen sie zu einem nahe gelegenen Fluss oder See und trinken oder baden dort, bevor sie zurückkehren und wieder zu Stein werden.

Das alles liesse sich als Märchenausgestaltung abtun, gäbe es da nicht eine immer wiederkehrende Übereinstimmung in den überlieferten Erzählungen: Die Steine bewegen sich durchwegs zu bestimmten Uhrzeiten und/oder Jahreszeiten: um Mitternacht, bei Sonnenaufgang, am Mittag, am Mittsommerabend oder zur Sonnenwende.

Das grösste Problem hatte die neue Geistlichkeit bei der Überlagerung des keltischen Druidentums mit dem Fest der Auferstehung, dem Osterfest (nebst Pfingsten, welche sich bis heute nicht etablieren konnte). Die Kelten glaubten ja nach Berichten antiker Geschichtsschreiber, Julius Cäsar schreibt aus seiner Weltsicht in De bello gallico, Liber VI, 18 "direkt von Dis Pater [Totengott] abstammen", das heisst direkt von den Toten abzustammen, also Wiederauferstande zu sein.

Durch die Auferstehungsgeschichte der Bibel wurde der christliche Gottessohn folglich einfach einer der ihren.
Andererseits wird berichtet, die keltische Bevölkerung habe damals die Festlegung des beweglichen christlichen Osterfestes (das Fest der Auferstehung) auf den 1. Sonntag nach dem 1. Vollmond nach dem Frühlingspunkt am 21. März hartnäckig abgelehnt.

Warum dies? Die Siebenschläfer scheinen dabei eine wichtige Rolle zu spielen:

In Rotthof bei Passau an der Donau ist eine Kirche als einzige in ganz Mitteleuropa den sieben Schläfern geweiht worden. Nach der Legende sollen sieben Jünglinge ihrer Verfolgung als Christen entgangen sein, indem sie in einer Höhle bei Ephesus an der Westküste Kleinasiens fast 200 Jahre schliefen. Unter Kaiser Theodosius II. (408-450) sollen sie als lebendige Zeugen für die Auferstehung des Fleisches aufgetreten sein.

Diese schon fast vergessene Überlieferung aus dem Brauchtum von Bayern ist gleich in mehrfacher Hinsicht sensationell und ermöglicht vielleicht einen tiefen Einblick in das untergegangene und verschollene keltische Druidentum der Europäer.

Es gibt tatsächlich wieder erwachende Siebenschläfer

Der naturwissenschaftliche Siebenschläfer ist ein nachtaktives Nagetier im europäischen Laubwald und hat seinen Namen durch den extrem langen, ununterbrochenen Winterschlaf von jeweils sieben Monaten. Unter dem Namen Glis glis ist er der bekannteste Vertreter der Familie der Bilche oder Schläfer (Gliridae) aus der Ordnung der Nagetiere (Rodentia).

Im Juni wurde Eisenkraut gesammelt am Siebenschläfertag. Eine alte Bauernregel besagt: Am Siebenschläfertag (27. Juni) soll Eisenkraut gegen Schlafsucht und Kopfschmerzen ins Haus geholt werden.

Das Eisenkraut, Verbena officinalis, ist eine der vielseitigsten Heilpflanzen und wurde im Altertum so hochgehalten, dass es die Griechen und Römer mit den Namen ihrer Gottheiten auszeichneten, wie Träne der Juno, Venuskraut, Blut Merkurs, Heiligkraut. Auch die keltischen Druiden sollen die Pflanze verwendet haben. Die beste Sammelzeit ist Ende Juni, bevor noch alle Blüten aufgegangen sind. Interessanterweise ist das Eisenkraut aus vielen Handbüchern der Heilkräuter vollständig verschwunden, ohne Hinweise darauf, warum das so ist. Es gibt in der Kräuterheilkunde noch andere Pflanzen, von denen bekannt ist, dass sie schon von den alten Kelten verwendet wurden.

Die Kuh- oder Küchenschellen aus der Gattung Anemonae hatten nebst anderen auch den Namen Siebenschläfer. Verwendet wurde das Kraut der Pflanze in der Blütezeit Ende März bis April; das ist die Zeit, in der die Siebenschläfer genannten Bilche nach sieben Monaten Winterschlaf wieder aufwachen. Die Pflanze ist fast geruchlos und von scharfem, bitteren Geschmack; von mittlerer Giftigkeit, stark fäulniswidrig und keimtötend. War Heilmittel gegen Schwachsichtigkeit und beginnende Erblindung, gegen den grauen und schwarzen Star. Ebenso gegen Melancholie, Schlaflosigkeit am Abend und dafür Schlafsüchtigkeit am Morgen. In der kleinen, unscheinbaren Wiesenkuhschelle, Pulsatilla vulgaris, sind enorme Heilkräfte verborgen, welche bei einer speziellen Konstitution sämtliche Körperfunktionen beeinflussen und ausgesprochen umstimmend wirken.

Von den Kelten ist der allgemeine Mythos überliefert, ihre Druiden hätten geheimnisvolle Zaubertränke zubereitet. Im Zusammenhang mit den Siebenschläfern schimmert nun tatsächlich ein solcher Kult durch: Eisenkraut und Anemone wirken unter anderem gegen Schlafsucht, Melancholie, etc. und können daher auch die Frühjahrsmüdigkeit bekämpfen. Vielleicht machten die Menschen im Norden sogar eine Art Winterschlaf und wurden gezielt wieder aus ihrer Lethargie geweckt. Aber das sind natürlich lediglich Spekulationen.

Die Auferstehung der Siebenschläfer (Bilche) findet in der Osterzeit statt

Am 21. März ist der Frühlingspunkt der Sonne. Tag und Nacht sind genau gleich lang. Die Tage sind nun bis zum 21. September länger als die Nächte; obwohl sie ab dem längsten Tag am 21. Juni täglich wieder etwas kürzer werden. Der kürzeste Tag ist aber bereits am 21. Dezember gewesen und die Tage werden schon seit drei Monaten kontinuierlich länger, was im keltischen Druidentum angeblich mit Imbolg, Imbolc (Lichtmess) am 1. Februar entsprechend gewürdig wurde.

Das keltische Druidentum richtete sich nach einem naturwissenschaftlich korrekten und auf exakten astronomischen Kenntnissen beruhenden Festkalender und war zur Bestimmung des Frühlingspunktes nicht vom Auftauchen der Siebenschläfer abhängig. Vermutlich wurde damals bereits ein Kult sowohl von Wiedergeburt als auch Auferstehung der Natur praktiziert, der weit in die Bronze- und Steinzeit zurückgehen muss. So wie die Häutung der Schlangen wird auch die regelmässige Übereinstimmung von Frühling und Auferstehung der Siebenschläfer von den die Natur beobachtenden Menschen schon sehr früh wahrgenommen worden sein.

Dreihasenbild Als das Osterfest, das christliche Auferstehungsfest, im Europa nördlich der Alpen eintraf, war vor allem die vom Christentum beanspruchte Zeit zwischen dem 22. März und dem 26. April schon längst besetzt durch einen an die Jahreszeiten gekoppelten, naturwissenschaftlichen Ritus von Auferstehung und Wiedergeburt.

Ende des 17. Jh. erscheint als Osterhase die im Mittelalter weit verbreitete keltische Symbolik in Form des Sinnbild von drei Hasen, die wie Uhrzeiger im Kreis angeordnet sind, mit den Köpfen nach innen. "Drei Hasen und der Ohren drei, und doch hat jeder ihrer zwei".

Obschon der Hase in der Bibel nur in den Gesetzen über die unreinen Tiere erwähnt wird, die nicht gegessen werden dürfen, taucht er dennoch in bildlichen Darstellungen der mittelalterlichen Kunst als Symbol der Trinität auf als ein Zeichen der göttlichen Dreieinigkeit. Zum Festessen gehört bis in die Neuzeit mancherorts der "Chüngel", der Kaninchenbraten an Ostern fest zum Speiseplan.

Inhaltlich gesehen ist Ostern keltischen oder noch früheren Ursprungs und meint nördlich der Alpen den Frühlingspunkt am 21. März als Erwachen (Auferstehung) der Natur, genauer der Flora und Fauna.

Wann das Fest dann im Einzelnen begangen wird ist zweitrangig, wichtiger ist, den Frühlingspunkt, Ostern, als Anlass zu nutzen für ein freundschaftliches und feierliches Treffen der Verwandten oder Bekannten mit gemeinsamen Essen und Umtrunk.

Das Brauchtum der farbigen Ostereier stammt übrigens aus der katholischen Fastenzeit, als die Eier zwecks Aufbewahrung gekocht und gekennzeichnet werden mussten, da der Verzehr verboten war. Das Eiersuchen selbst hat keinen besonders tiefen Sinn, sondern ist eine der täglichen Pflichten bei damals noch artgerechter Hühnerhaltung. Es sei denn, es habe sich um "verbotene" Eier während der Fastenzeit gehandelt.


 

 

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