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Geheimlehre der keltischen Druiden

Aus keltischer Zeit gibt es einige wenige Texte von griechischen und römischen Quellen. Die Bruchstücke dieser gesicherten Überlieferung werden überstrahlt von einem Kernsatz, der eigentlich alles zum Verständnis beinhaltet:

Der Tod sei die Mitte eines langen Lebens,

es herrsche weiterhin der gleiche Geist,
nur in einem anderen Körper
und in einer anderen Welt.
 [» in dieser Welt]

Die Seelen und die Welt sind unvergänglich,
dereinst werden aber Feuer und Wasser die Oberhand gewinnen
(so, dass sich abwechselnd alles umschmelze und erneuere).

Alle Gallier rühmen sich,
vom Reich der Toten abzustammen,
und sagen, das werde von den Druiden überliefert.

Das war die Lehre der keltischen Druiden

und darum haben sie auch nichts schriftliches hinterlassen,
weil es dazu nichts mehr aufzuschreiben gibt.


Die Fantasie, das Imaginäre, ist und bleibt ein Hauptmerkmal des Denkens.

Es erstaunt nicht, wenn die Griechen und Römer mit ihrem polytheistischen Weltbild den keltisch trinitären Monismus auf keine Art und Weise verstehen konnten. Nur kurz zur Erinnerung: Damals wurden andernorts die sieben Gestirne als metaphysische Elemente und Heilige Sieben vom Himmel auf die Erde geholt. Dann wurde von Griechen der doppelte Dualismus, die Heilige Vier als Fadenkreuz des Denkens (Kreuz der Gerechtigkeit) entwickelt mit dem Syllogismus (Schlussfolgerung) des ausgeschlossenen Dritten. Die Römer haben das mit der vom ägyptischen Echnaton stammenden und vom Judentum importierten Idee von einem Einzigen zum christlichen Monotheismus zusammengeschnürt. Der römische Sol Invictus wurde umgedeutet zum Aufgehen soll die Sonne der Gerechtigkeit.

Die Trinität im Christentum stammt jedoch bis zum heutigen Tag aus jener Geisteshaltung, wie sie die keltischen Druiden ausgezeichnet haben müsste.

Die monistisch-trinitäre Betrachtung hat aber noch eine ganz entscheidende Konsequenz: Die willkürliche Trennung zwischen Materie und Gedanke existiert nicht. Der Monismus steht damit im Gegensatz zum Dualismus und zum Pluralismus.

Alles wie Nichts sind eines im Ganzen

Im Monismus stellen sich die Fragen schlicht nicht, die beim Dualismus zu metaphysischen Konstrukten führen. Polytheismus ist gar nicht möglich, was auch gleich die Frage beantwortet, zu welchen Göttern bei den Kelten geopfert wurde, nämlich keine.

Durch Diodor von Sizilien ist überliefert (Fragm. XXII): Brennus (der Führer der Gallier auf dem Zug durch Griechenland), brach in Lachen aus angesichts der Tatsache, dass man dem Unbekannten im Tempel menschliche Gestalten zugemutet und Figuren aus Holz und Stein hergestellt hatte. Das Unverständnis zwischen Griechen/Römern und Kelten war demnach auch gegenseitig, nur nebenbei angemerkt.

Die Fragen nach Ursprung oder Anfang sind lediglich ein Trugschluss aus der Welt der Menschen, die ihre beschränkte Lebensdauer mit Geburt und Tod und damit rein biologische Funktionen unzulässig auf anderes übertragen.

Wer sagt denn, dass alles einen Anfang haben müsste? Die Behauptung, irgend etwas vom Menschen nicht direkt kontrollierbares habe einen Anfang oder ein Ende, ist nichts weiter wie eine überflüssige Behauptung. Das gilt übrigens auch für die neuzeitlichen Theorien über einen physikalischen Urknall etc.

Die keltischen Druiden scheinen mit ihrem von einer totalen Ablehnung des Dualismus gekennzeichneten Denken das einzig bekannte Beispiel jener Zeit zu sein, in dem der Monismus konsequent zu Ende gedacht wurde. Es gibt jedenfalls keinerlei Hinweise, dass sich die Frage nach Ursprung oder übermenschlichen Wesensheiten je gestellt hat. (Die Suche nach dem heiligen Gral).

Das Sein wurde offensichtlich korrekt als das erfasst was es auch ist - als etwas Werdendes. Das ist zeitlos und bis heute, in einem übertragenen Sinne, die moderne "keltische" Religionsphilosophie.

 

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